Der richtige Platz für Ihren Kurs: Die große Übersicht der Online-Kurs-Anbieter

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Mit seiner Kombination aus Marktplatz und leicht bedienbarem Kurs-Management-System (LMS) hat es Udemy geschafft, Millionen Kunden zu finden und zahlreichen Nutzern einen Weg zu eröffnen, mit ihren eigenen Online-Kursen Geld zu verdienen. Die Plattform geht einen spannenden Weg – die kürzlich eingeführte Beschränkung auf einen maximalen Kurspreis von 50 Euro ist aber nicht für jeden Dozenten und jede Art von Kurs akzeptabel.

Viele fragen sich deshalb: Welche Alternativen gibt es? Das habe ich in den letzten Tagen recherchiert – und ich bin überrascht, wie umfangreich der Markt auf der Anbieterseite ist. Das Ergebnis meiner Recherche finden Sie in der großen Tabelle unten, aber einige Faktoren sind erklärungsbedürftig.

Zunächst: es gibt im Grunde zwei Modelle, die ich berücksichtigt habe. Ein Teil der Anbieter setzt wie Udemy auf das Marktplatz-Modell. Hier zahlen Sie als Dozent zunächst wenig, müssen dafür aber einen Teil Ihrer Einnahmen abgeben (in der Tabelle gelb markiert). Die anderen Anbieter finanzieren sich über Gebühren für Dozenten bzw. Online-Trainer, die je nach Angebot deutlich dreistellig sind. Hier müssen Sie dafür meist nur noch die direkten Zahlungskosten der Studenten übernehmen (in der Tabelle: „PP“).

Anbieter, bei denen Sie nicht direkt über eine Online-Anmeldung einsteigen können (etwa auch der österreichische Anbieter Video2Brain), habe ich in der Tabelle nicht berücksichtigt. Sie arbeiten mit dem Verlags-Modell der Buchbranche, also niedrigen Honoraranteilen für Dozenten. Das kann dann interessant sein, wenn Sie sich nicht um die Vermarktung Ihrer Kurse kümmern wollen. Denn dies gehört bei den anderen beiden Anbietertypen einfach dazu, wenn Sie erfolgreich sein wollen. Auch beim Marktplatz-Modell kommen Sie übrigens ohne eigenes Marketing nicht weit.

Interessante Anbieter, die Sie sich einmal aus der Nähe ansehen sollten, sind aus meiner Sicht:

  • Coursecraft
  • Learnworlds
  • Pathwright
  • Patience
  • Ruzuku
  • Teachable
  • Thinkific
  • Udemy

OpenSesame ist speziell, weil Sie hier etwa via Moodle (ein LMS) erstellte Kurse verkaufen können. Sie müssen also einen fertigen Kurs mitbringen. Das gilt auch bei ProProfs. Skillshare verfolgt ein Streaming-Modell, bei dem Dozenten nach Anzahl der eingeschriebenen Nutzer bezahlt werden.

Wichtig ist, dass Sie die jeweils angebotenen Modelle mal anhand der von Ihnen aktuell erreichten und angestrebten Umsätze durchrechnen. Wann sich die Pauschalsumme statt der Prozente lohnt, hängt natürlich von Ihrem Erfolg ab. Außerdem sollten Sie das Vorhandensein dieser Features prüfen (ich erkläre nur die Spalten, die erklärungsbedürftig sind):

  • Preis (Monat): Teilweise Jahreszahlung nötig.
  • Eigene Domain: Lässt sich Ihr Domainname direkt auf Ihre Kurse umbiegen?
  • Upsell: Können Sie Käufern eines Produkts ein passendes anderes dazu verkaufen?
  • Affiliate: Gibt es ein System, mit dem Sie andere für die Vermittlung von Käufern belohnen können?
  • Drip-Content: Ist es möglich, Inhalte zeitgesteuert freizuschalten?
  • Bundles: Können Sie mehrere Kurse zu einem Produkt zusammenfassen?
  • Abonnement: Ist es möglich, Studenten auch monatsweise zahlen zu lassen?
  • Tracking: Lassen sich die Kursbesucher über Google Analytics oder Facebook-Pixel verfolgen?
  • SCORM: ist ein Standard für Online-Kurse. SCORM-kompatible Kurse lassen sich bei den Anbietern einbinden, die den Standard unterstützen.
  • Zertifikat: Gibt es eine Abschluss-Urkunde für die Teilnehmer?
  • Zahlungskosten: Was wird Ihnen von dem von Studenten gezahlten Preis abgezogen?

Bitte benachrichtigen Sie mich, wenn Ihnen falsche oder geänderte Angaben auffallen oder Sie noch einen Anbieter kennen, der mir entgangen ist.

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About Matthias Matting

Matthias Matting, geboren 1966, ist Physiker und Journalist und einer der erfolgreichsten deutschen Self-Publishing-Autoren. Er hat über 50 Bücher im Self-Publishing veröffentlicht und ist Autor des offiziellen Amazon-Bestsellers 2011. Für sein Buch „Reise nach Fukushima“ erhielt Matthias Matting den 2011 erstmals ausgeschriebenen Buchpreis „derneuebuchpreis.de“ in der Kategorie Sachbuch. Matting ist als Programmleiter eBook bei der Münchner Verlagsgruppe tätig. Er arbeitet außerdem als Kolumnist für das Nachrichtenmagazin FOCUS, als Autor für Federwelt und Telepolis und betreut die wöchentliche Video-Kolumne „Mattings Warentest„. Schließlich gibt er auch Seminare an der Akademie der Bayerischen Presse und an der Online-Akademie Udemy. Matthias Matting ist Vorsitzender des Selfpublisher-Verbandes.

3 comments

Danke für die Übersicht!
Nur eine Korrektur: Sie haben SCORM als eLearning Datenstandard erwähnt, dieser ist allerdings längst veraltet. Alle großen Anbieter arbeiten bereits mit dem neuen Standard Tin-Can (Experience) API:“Tin-Can (Experience) API is the new technical specification for learning management systems, as commissioned by the Advanced Distributive Learning government agency, the same people responsible for the SCORM standard that many of the older LMS platforms conform to today.“ Dieser neue Standard wird auch von „rapid elearning development programs“ wie Articulate Storyline oder Adobe Captivate unterstützt.

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