Die acht populärsten Irrtümer beim Erstellen von Online-Kursen bei Udemy

Oh, ein Irrtum! (Bild: depositphotos.com /everett25)

Udemy funktioniert im Großen und Ganzen so, wie man das von der Seite erwartet. Trotzdem gibt es ein paar Stellen, wo sich genaueres Nachsehen lohnt beziehungsweise weit verbreitete Annahmen einfach falsch sind. Hier eine kleine Liste solcher populären Irrtümer – die Reihenfolge stellt dabei keine Wertung dar.

Irrtum 1

Wenn ich meinen Kurs über einen von mir erstellten Coupon verkaufe, erhalte ich stets 97 Prozent der Einnahmen.

Falsch, weil: Ihnen Affiliate-Links dazwischenfunken können. Falls der Käufer maximal sieben Tage zuvor auf einen Udemy-Affiliate-Link geklickt hat, wird der Kauf diesem Affiliate zugerechnet – und Sie erhalten nicht 97, sondern 25 Prozent der Einnahmen.

Irrtum 2

Wenn ich bei meinen Lektionen das Herunterladen nicht zulasse, schützt mich das vor Piraterie.

Falsch, weil: jeder Inhalt, der angezeigt werden kann, auch zu kopieren ist. Sie schaden also nur Ihren legitimen Kunden, wenn Sie die Möglichkeiten der Verwendung Ihres Kurses einschränken. Diebe werden immer eine Möglichkeit finden, Ihre Inhalte zu klauen.

Irrtum 3

Udemy bietet mir die Möglichkeit, passives Einkommen zu erwirtschaften.

Falsch, weil: ohne eine aktive Vermarktung Ihrer Kurse Ihre Einnahmen nicht den Aufwand zum Erstellen der Lektionen erwirtschaften werden. Dies gilt ganz besonders für Udemy in Deutschland, da hier das organische Marketing mangels Teilnehmerzahlen deutlich ineffizienter ist als in den USA. Als Udemy-Dozent müssen Sie aktiv darum bemüht sein, sich eine Plattform aufzubauen.

Irrtum 4

Mein Kurs erscheint auf der Udemy-Website ganz genau so wie in der Udemy-App.

Falsch, weil: es diverse Unterschiede zwischen Udemy-App und -Website gibt. Quizzes werden in der App zum Beispiel nicht angezeigt.

Irrtum 5

Beim Kauf von Kursen auf Udemy gilt immer ein 30-tägiges Rückgaberecht.

Falsch, weil: das 30-tägige Rückgaberecht beim Kauf über die App nicht gilt. Hier ist Udemy auf die AGB der Shopbetreiber (Apple bzw. Google) angewiesen – und die sehen solche Fristen nicht vor. Udemy würde also auf den Beträgen sitzen bleiben. Empfehlen Sie Ihren Nutzern deshalb lieber, über die Website zu kaufen. Bei Anfrage an den Support erstattet Udemy allerdings aus Kulanzgründen auch beim Kauf via App die Kursgebühr.

Irrtum 6

Das 30-tägige Rückgaberecht ist schlecht für meine Umsätze und sollte abgeschafft werden.

Falsch, weil: Ihnen als Kursanbieter alles hilft, was die Kundenzufriedenheit stärkt. Ein unzufriedener Käufer schadet Ihnen und der Plattform insgesamt. Ich würde meinen Kunden deshalb sogar freiwillig ein deutlich längeres Rückgaberecht anbieten. Dadurch kaufen Sie dann zum Beispiel auch Kurse, die sie erst in drei Monaten benötigen.

Irrtum 7

Die ständigen Marketing-Aktionen von Udemy verderben die Preise und erziehen die Käufer zu Schnäppchenjägern.

Falsch, weil: es in jeder Zielgruppe sehr preissensible Käufer gibt. Diese erreichen Sie nur durch extreme Preissenkungen. Käufer hingegen, die die Inhalte Ihres Kurses jetzt benötigen (und nicht in zwei Wochen bei der nächsten Rabattaktion), bezahlen durchaus auch den vollen Preis (wenn dieser realistisch gewählt ist).

Irrtum 8

Damit mein Kurs bei Rabattaktionen besonders günstig erscheint, sollte ich einen möglichst hohen Start-Preis wählen.

Falsch, weil: selbst Schnäppchenjäger bei der Bewertung eines Kurses auf den Ursprungspreis achten. Wenn dieser unrealistisch gewählt ist, nur um den Spar-Effekt besonders groß aussehen zu lassen, werden Sie das in den Bewertungen zu spüren bekommen.

About Matthias Matting

Matthias Matting, geboren 1966, ist Physiker und Journalist und einer der erfolgreichsten deutschen Self-Publishing-Autoren. Er hat über 50 Bücher im Self-Publishing veröffentlicht und ist Autor des offiziellen Amazon-Bestsellers 2011. Für sein Buch „Reise nach Fukushima“ erhielt Matthias Matting den 2011 erstmals ausgeschriebenen Buchpreis „derneuebuchpreis.de“ in der Kategorie Sachbuch. Matting ist als Programmleiter eBook bei der Münchner Verlagsgruppe tätig. Er arbeitet außerdem als Kolumnist für das Nachrichtenmagazin FOCUS, als Autor für Federwelt und Telepolis und betreut die wöchentliche Video-Kolumne „Mattings Warentest„. Schließlich gibt er auch Seminare an der Akademie der Bayerischen Presse und an der Online-Akademie Udemy. Matthias Matting ist Vorsitzender des Selfpublisher-Verbandes.

Schreibe einen Kommentar

*