Dozenten-Tipp: Sieben Wege, wie Sie Ihren Udemy-Kurs vermarkten können

Udemy_Marketing

Ihr Kurs ist online – findet aber keine Teilnehmer? Das ist zumindest auf der deutschen Udemy-Plattform nicht ungewöhnlich. Das Problem: Es gibt bei Udemy Deutschland derzeit noch zu wenig kaufende Teilnehmer. Udemy ist als Lernplattform vor allem in den USA und international bekannt und beliebt. Hierzulande soll sich das in diesem Jahr ändern. Aber noch ist es nicht so weit.

Für Sie als Dozent heißt das vor allem, dass Ihnen das Udemy-eigene Marketing kaum helfen wird. Sieht man sich Einkommensberichte von US-Dozenten an, tragen die „organischen Umsätze“ meist mit 60 Prozent oder mehr zum Gesamtumsatz bei. In Deutschland hingegen sieht es ganz anders aus. Das bedeutet: Sie müssen entweder ganz viel Geduld mitbringen – oder aber selbst aktiv werden. „Passives Einkommen“ erzielen Sie über Udemy garantiert nicht.

Welche Möglichkeiten haben Sie, Ihr Udemy-Marketing selbst voranzutreiben? Im folgenden beschreibe ich die sieben wichtigsten Wege mit ihren Vor- und Nachteilen. Die Reihenfolge stellt hier keine Wertung dar.

1. Affiliate-Programm

Affiliates verkaufen Ihre Kurse und bekommen dafür eine Provision. Voraussetzung ist, dass Sie Ihren Kurs nicht fürs Udemy-Marketing deaktiviert haben. Ein Affiliate kann ein wichtiger Helfer sein, wenn er Ihre Zielgruppe gut trifft. Es reicht aber nicht, auf interessierte Affiliates zu warten. Suchen Sie Websites und Blogs, die zu Ihrem Thema passen, und machen Sie deren Betreiber auf das Udemy-Affiliate-Programm bei Rakuten Linkshare aufmerksam. Es lohnt sich für beide: der Affiliate erhält pro Verkauf 40 Prozent Provision, Sie hingegen Teilnehmer (und damit Glaubwürdigkeit) und immerhin noch 25 Prozent vom Nettopreis.

2. Google Adwords

Ein Udemy-Kurs ist, wenn er zur hochpreisigeren Kategorie gehört, ein gut mit Google Adwords zu vermarktendes Produkt. Die Preise pro Klick sind hier oft so gering, dass Sie sich auch ein bisschen Experimentieren leisten können. Wenn Sie Nutzer darüber zu Ihrem Kurs bringen, bleiben 97 Prozent der Einnahmen bei Ihnen. Trotzdem sollten Sie natürlich überwachen, wie sich das Kosten-Nutzen-Verhältnis entwickelt.

3. Facebook-Anzeigen

Facebook-Anzeigen können eine interessante Alternative zu Adwords sein, wenn Sie über Facebook Ihre Zielgruppe gut treffen. Das hängt unter anderem davon ab, ob Facebook zu Ihrem Thema passende Interessensgebiete trackt. Es kommt hier auf ein konkretes Experiment an. Leider können Sie verschiedene Interessen bei Facebook derzeit noch nicht UND-verknüpfen, was die Zielgenauigkeit verschlechtert. Auch hier behalten Sie 97 Prozent der Einnahmen – wie auch bei allen folgenden Wegen. Das gibt Ihnen bei höherpreisigen Kursen etwas Spielraum.

4. Eigene Website

Die eigene Website, wenn sie denn bei Google gut vernetzt ist, kann eine interessante Werbemöglichkeit sein. Die Schwierigkeit besteht hier darin, durch relevante Inhalte entsprechend gut gefunden zu werden. Je nach Ihrer gewählten Nische ist das unterschiedlich aufwändig. Und es braucht natürlich Zeit. Idealerweise sind Sie in Ihrer Nische bereits im Web bekannt, bevor Ihr Kurs startet.

5. Newsletter

Egal, welchen Kanal Sie wählen, Sie sollten Nutzer immer auf Ihren Newsletter aufmerksam machen. Per E-Mail erreichen Sie Konversionsraten (also Klicks auf Ihre Angebote), von denen Sie bei Facebook oder Google nur träumen können. Zudem sind Sie nicht von irgendwelchen Algorithmen oder AGBs abhängig. Sie allein bestimmen, was in Ihrer Nachricht steht und wer sie wann erhält.

6. Andere Kurse

Udemy bietet Ihnen an, im Monat zwei Werbe-Rundmails (Promotions) an Ihre bisherigen Studenten zu verschicken (Tab „Werbung“). Diese landen im E-Mail-Postfach und sind ähnlich effizient wie Ihr eigener Newsletter, zumindest dann, wenn Ihre Teilnehmer mit dem gebuchten Kurs zufrieden sind. Allerdings begrenzt Udemy den Inhalt – erlaubt sind nur Coupons von und Links zu Ihren eigenen Kursen, keine sonstigen Links. Außerdem behält Udemy bei über die Promotions verkauften Kursen 50 Prozent der Einnahmen für sich, selbst wenn Sie einen Coupon eingesetzt haben.

7. YouTube

Udemy fordert, dass Ihre Kurse mindestens zu 60 Prozent aus Videos bestehen. Was liegt da näher, als bei Videoanbietern wie YouTube zu werben? Beachten Sie allerdings, dass Sie Inhalte, die man bei Udemy bezahlen muss, anderswo nicht umsonst hergeben dürfen. Sie können aber Ihr Promo-Video hochladen. Noch besser: Sie bieten auf YouTube relevante Inhalte (also Zusatz-Informationen) zu Ihrem Thema und verlinken dann auf Ihren Kurs. Das kommt bei den Nutzern besser an als reine Werbung.

Welcher der sieben Wege für Sie besonders interessant ist, hängt sehr von den Kursinhalten, vom Preis und von der Zielgruppe ab. Berichten Sie hier gern Ihre eigenen Erfahrungen!

Zwei Tipps zum Schluss: Wenn Sie für (Buch-)Autoren interessante Kurse anbieten, wäre die Selfpublishing-Akademie.de ein guter Affiliate-Partner. Für Udemy-Dozenten spannende Kurse können Sie hier auf der Trainerbibel.de vermarkten.

 

About Matthias Matting

Matthias Matting, geboren 1966, ist Physiker und Journalist und einer der erfolgreichsten deutschen Self-Publishing-Autoren. Er hat über 50 Bücher im Self-Publishing veröffentlicht und ist Autor des offiziellen Amazon-Bestsellers 2011. Für sein Buch „Reise nach Fukushima“ erhielt Matthias Matting den 2011 erstmals ausgeschriebenen Buchpreis „derneuebuchpreis.de“ in der Kategorie Sachbuch. Matting ist als Programmleiter eBook bei der Münchner Verlagsgruppe tätig. Er arbeitet außerdem als Kolumnist für das Nachrichtenmagazin FOCUS, als Autor für Federwelt und Telepolis und betreut die wöchentliche Video-Kolumne „Mattings Warentest„. Schließlich gibt er auch Seminare an der Akademie der Bayerischen Presse und an der Online-Akademie Udemy. Matthias Matting ist Vorsitzender des Selfpublisher-Verbandes.

7 comments

Sehr schöner Artikel! Ergänzen möchte ich, dass Facebook-Werbung nicht so gut funktioniert, wenn man direkt auf ein Kaufprodukt verweist. Besser ist es, man verweist auf eine Landingpage. Dort hat der Websitebesucher die Möglichkeit sich in eine E-Mail-Liste einzutragen. Im Austausch gegen seine E-Mail-Adresse bekommt er ein so genanntes Freebie (Lead Magnet). Das Freebie sollte natürlich inhaltlich zum Kurs passen :) Nach ein paar Vertrauen aufbauenden E-Mails macht man dann das Kaufangebot. Klappt i.d.R. besser als das Bewerben einer Verkaufsseite. Viele Grüße, Katharina

Guter Tipp. Muss ich direkt mal A-B-testen. Denn andererseits sind das natürlich viele Klicks, die der gekaufte Besucher machen muss, damit am Ende ein Kauf daraus wird. Vielleicht hängt es auch davon ab, ob man schon einen gewissen eigenen Ruf voraussetzen kann.

Schreibe einen Kommentar

*