Dozenten-Tipp: Udemy-Kurse über Google Adwords vermarkten – ein Erfahrungsbericht

Die Anzeigenkampagne bei Google

Nachdem ich vor zwei Wochen Twitter als Vermarktungs-Medium für Udemy-Kurse getestet habe (zur Erinnerung: ich habe darüber zwar ein paar Favs und Retweets erhalten, aber nichts verkauft), war nun Google Adwords an der Reihe. Falls Sie den Service nicht kennen: im folgenden Video beschreibe ich, wie Sie eine Website bei Adwords bewerben.

Entsprechend der Thematik des Kurses habe ich vor allem versucht, auf Such-Stichwörter rund um das Thema Selfpublishing zu bieten. Das Feld ist gut gebucht. Für viele Keywords hätte ich 1,50 Euro oder mehr für einen Platz auf der ersten Seite bieten müssen, während mein selbst gesetztes Limit bei 69 Cent lag. Lustig: für das Keyword „Self Publishing Bibel“ hätte ich sogar mehr als zwei Euro bieten müssen – offenbar wird die Suche nach meinen Blog gern von Dienstleistern gebucht.

Da es mir vor allem auf die Klicks ankam, war mir die Platzierung aber einigermaßen egal. Das Ergebnis: in einem Zeitraum von drei Wochen gab es rund 6500 Impressionen (die Anzeigen waren also 6500 Mal auf dem Bildschirm). 22 Mal wurden sie angeklickt, was mich rund 15 Euro gekostet hat. Verkäufe gab es darauf keine. Bei den drei geschalteten Anzeigen gab es kaum Unterschiede in den Klickraten.

Die Anzeigenkampagne bei Google
Die Anzeigenkampagne bei Google

Tatsächlich waren Twitter und Google gar nicht so erfolglos, wenn es darum ging, Besucher auf meinen Kurs zu bringen. Interessante Daten dazu liefert Google Analytics, das man für jeden Kurs aktivieren kann. Im Bereich „Nutzerfluss“ sieht man (erkennbar am Couponcode), dass mein Blog Selfpublisherbibel.de zwar mit einem Drittel der Zugriffe vorn lag, doch auch Twitter und Google lieferten ein Fünftel beziehungsweise ein Zehntel der Zugriffe. Nur leider brachten die Anzeigen wohl die falschen Nutzer. Während jeder zehnte Leser der Selfpublisherbibel tatsächlich buchte, waren die Verkäufe bei den von Google und Twitter gelieferten Neugierigen gleich Null.

Fazit: Google Adwords ist zumindest in meinem Fall – das beworbene Produkt kostet 99 Euro – nicht effizient zur Kundengewinnung.

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Google Analytics liefert interessante Daten

About Matthias Matting

Matthias Matting, geboren 1966, ist Physiker und Journalist und einer der erfolgreichsten deutschen Self-Publishing-Autoren. Er hat über 50 Bücher im Self-Publishing veröffentlicht und ist Autor des offiziellen Amazon-Bestsellers 2011. Für sein Buch „Reise nach Fukushima“ erhielt Matthias Matting den 2011 erstmals ausgeschriebenen Buchpreis „derneuebuchpreis.de“ in der Kategorie Sachbuch. Matting ist als Programmleiter eBook bei der Münchner Verlagsgruppe tätig. Er arbeitet außerdem als Kolumnist für das Nachrichtenmagazin FOCUS, als Autor für Federwelt und Telepolis und betreut die wöchentliche Video-Kolumne „Mattings Warentest„. Schließlich gibt er auch Seminare an der Akademie der Bayerischen Presse und an der Online-Akademie Udemy. Matthias Matting ist Vorsitzender des Selfpublisher-Verbandes.

5 comments

Danke für die spannenden, wenn auch wenig motivierenden Berichte, Matthias. Deckt sich soweit mit meinen eigenen Erfahrungen. Anzeigen direkt auf ein Produkt, das dann gekauft werden soll, sind grundsätzlich schwierig. Vielleicht sollte ich mal meinen Mailchimp-Kurs bewerben, der kostet ja „nur“ 47 Euro …? Wenn aber Twitter, Google Ads und Facebook (schon probiert?) nicht funktionieren, bleibt ja in Deutschland nicht mehr viel übrig. LG Katharina

Hallo Matthias,

das kann ich als AdWords-Experte so leider nicht stehen lassen 😉

1. Viel zu wenig Daten
2. Deine Klickraten sind grottenschlecht. Dadurch steigt gleichzeitig Dein CPC. Also Anzeigen optimieren.
3. Du bezahlst nicht was Du bietest. Gerade auf Deinen Brand „Selfpublishing bible“ solltest Du mind. 20% Klcikrate haben und max. 15 Cent effektiv bezahlen müssen.
4. Analytics misst über alle Kanäle, schau Dir da auch die CustomerJourney an!
5. Binde das Google Conversiontracking ein, bzw. da wahrscheinlich bei Udemy nicht möglich exportiere das Ziel von Analytics zu AdWords (Konten müssen verknüpft sein). Ab 30 Conversions pro Tag könntest Du das Google Conversion Optimierungs Tool verwenden, welches das bidding für Dich übernimmt.
6. Falls Du mobile Endgeräte ebenfalls eingeoppted hattest, hast Du kontrolliert ob mobile alles funktioniert?
7. Durch das Sale Delay können noch Conversions auflaufen. Da Analytics 30 Tage Cookie-Laufzeit misst.
8. Sicher mit Deinen Keywords? Alle (sehr ähnlichen) Keywords in eigene Anzeigegruppen gepackt und passende Texte geschrieben?
9. Du hast jetzt nur die Suche getestet, oder? im GDN und vor allem beim Remarketing gibt es großes Potential.
10. Search-Strings (unter Keywords-Details) geprüft und NEGATIVES gebucht?
11. nicht nur Broad-Matchtypes einsetzten! Besser Exact und Phrase.
12. usw.

Gib AdWords noch eine Chance!

Mach Deine ROI Rechnung:
(Hier nur auf die schnelle gerechnet)

Umsatz pro Verkauf (selbst geworben) 95€.
Conversion-Rate (als Beispiel) 1%
Du brauchst also 100 Klicks um einen Kurs zu verkaufen.
Dann darf der Klick maximal 0,95 Euro kosten, sonst machst Du Verlust.

Wenn Du es schaffst eine höhere Conversion-Rate zu bekommen und/oder der CPC unter 0,95 liegt, erwirtschaftest Du einen Deckungsbeitrag.

AdWords ist alles nur nicht einfach. Aber es gibt da auch ein paar gute Kurse für Anfänger 😉

Viel Erfolg

Markus

Hm, deine Anmerkungen mögen ja im allgemeinen korrekt sein, Marketing für Kurse in meiner Nische ist aber durchaus speziell. Ich muss ja am Ende auch den Aufwand FÜR das Marketing mit in den ROI einberechnen, und da war dieser Versuch für mich sehr hilfreich, gerade im direkten Vergleich mit dem Content-Marketing. Das heißt nicht, dass man mit Optimierung, Tests usw. die Ergebnisse nicht verbessern könnte, aber dass sich der Aufwand in diesem Fall wirklich lohnt, scheint mir nicht absehbar…

Hallo Matthias, ich muss Markus hier Recht geben. Mir ist auch sofort ins Auge gesprungen, dass Du einfach „weitgehend passende“ Keywords verwendest. Das bringt irrelevante Klicks ohne Ende! Schau mal unter „Suchbegriffe“ nach, welchen Quatsch Nutzer eingegeben und Dich dabei Geld gekostet haben.
Mit Adwords muss man sich wirklich mehr beschäftigen, sonst haut man das Geld nur zum Fenster raus!

Ist in dem Fall aber nicht so, die Suchbegriffe SIND relevant. Ich kann ja nur von der Nische sprechen, aber da ist der Algorithmus ziemlich gut darin, Relevanz zu erkennen.

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