Dozenten-Tipp: Udemy-Kurse über Twitter-Anzeigen vermarkten – ein Erfahrungsbericht

Twitter_Anzeigen_Motive

Während ich Facebook- und Google-Adwords-Kampagnen schon öfter ausprobiert habe, stellt Twitter für mich in dieser Hinsicht Neuland dar. Als eifriger Twitter-Nutzer fällt mir durchaus die ein oder andere Anzeige auf, und einige habe ich sogar angeklickt – Twitter-Ads haben noch nicht den Nervfaktor, den etwa Facebook-Anzeigen auf mich ausüben. Deshalb fragte ich mich: Lohnt es sich, für meine Udemy-Kurse über Twitter zu werben? 

Zunächst muss man die Anzeige natürlich erst einmal erstellen. Twitter hat da ein paar Besonderheiten eingebaut, die es in dieser Form anderswo nicht gibt – und die für mich sehr vielversprechend aussahen. So kann ich zum Beispiel (andere) Accounts eingeben, deren Follower dann meine Anzeige zu sehen bekommen. Bei Facebook ist ein solches Targeting nicht möglich. Dafür ist es bei Twitter schwerer, nach Interessen zu filtern – hier ist der Pool einfach noch nicht so groß wie bei Facebook.

Wie Sie eine Anzeige bei Twitter einstellen und was dazu nötig ist, habe ich in diesem Video zusammengefasst (nehmen Sie sich Zeit, es ist 20 Minuten lang):

Als Testobjekt habe ich meinen Selfpublishing-Kurs gewählt. Er kostet (mit Coupon) 99 Euro. Als Gebotsbetrag empfiehlt Twitter in meinem Fall 1,40 Euro. Damit mir die Werbung etwas bringt, sollte also für die 100 Euro Budget, die ich mir gesetzt habe, mindestens ein Student an Bord kommen, bei den für 100 Euro erhältlichen knapp 70 Klicks müsste also eine Konversionsrate von rund 1,5 Prozent erreicht werden. Die Konversionsrate selbst konnte ich gut über einen speziellen Coupon verfolgen.

Die Ergebnisse zeigt der Screenshot:

Twitter_Anzeigen_Statistik

Meine gesponserten Tweets wurden also 8250 mal in den Timelines der Twitter-Nutzer angezeigt. Die daraus resultierenden Klicks haben mich knapp 50 Euro gekostet. Die Detailansicht dazu:

 

Twitter_Anzeigen_Motive

Der Screenshot zeigt sehr schön, worauf es ankommt: auf das Bild! Für ein derart textlastiges Medium wie Twitter hätte ich das nicht erwartet. Die langweilige Grafik unten hat bei 1200 Views nur 4 Klicks provoziert. Der Hund und die Frau hingegen hatten prozentual dreifach höhere Klickraten bei fast identischem Text des Tweets. Dabei lagen die Kosten pro Klick im Mittel unter einem Euro (zur Erinnerung: mein Gebot betrug 1,40 Euro).

Hat sich die Twitter-Anzeige für meinen Udemy-Kurs gelohnt? Es sieht nicht so aus. Ich konnte jedenfalls bisher keinen Teilnehmer darüber gewinnen. Dafür wurde mein gesponserter (!) Tweet immerhin fünfmal favorisiert und ebenso oft retweetet. Ich vermute, dass es an den Plattformen liegt. Die höchsten Klickraten gab es unter iOS. Klickt man allerdings unter iOS einen Udemy-Link mit Code an, kann man den Kurs gar nicht wirklich bequem kaufen. Zwei Drittel der Klicks gingen also ins Leere.

Twitter_Anzeigen_Plattform

Meine Schlussfolgerung: Ich habe die Kampagne nun auf „Desktop“ beschränkt, auf Smartphones wird sie nicht mehr ausgespielt. Ich bin gespannt, ob und wie sich das auswirkt.

About Matthias Matting

Matthias Matting, geboren 1966, ist Physiker und Journalist und einer der erfolgreichsten deutschen Self-Publishing-Autoren. Er hat über 50 Bücher im Self-Publishing veröffentlicht und ist Autor des offiziellen Amazon-Bestsellers 2011. Für sein Buch „Reise nach Fukushima“ erhielt Matthias Matting den 2011 erstmals ausgeschriebenen Buchpreis „derneuebuchpreis.de“ in der Kategorie Sachbuch. Matting ist als Programmleiter eBook bei der Münchner Verlagsgruppe tätig. Er arbeitet außerdem als Kolumnist für das Nachrichtenmagazin FOCUS, als Autor für Federwelt und Telepolis und betreut die wöchentliche Video-Kolumne „Mattings Warentest„. Schließlich gibt er auch Seminare an der Akademie der Bayerischen Presse und an der Online-Akademie Udemy. Matthias Matting ist Vorsitzender des Selfpublisher-Verbandes.

7 comments

Ich habe generell sehr schlechte Erfahrungen mit „kaltem“ Traffic gemacht. Hast Du da positive Resultate, sei es über Facebook oder Google? Ich arbeite gerade an etwas besseren Sales-Funnel über E-Mail Marketing.

E-Mail schlägt alles. Mit FB-Werbung für ein Buch habe ich schon gute Erfahrungen gemacht, aber das lag auch daran, dass das Buchthema identisch mit einen FB-„Interesse“ war. Da passten Audience und Buch perfekt zusammen. Bei Twitter bin ich gespannt, ob da noch was kommt. Das Budget ist noch nicht ausgeschöpft.

Twitter als Marketingkanal lohnt sich nur für große Brands mit üppigem Budget. Wir als Agentur habe schon einige Kampagnen für Kunden gestartet und ich muss sagen, das lohnt sich nicht. Da gibt es bessere Kanäle!

Ich habe ähnlich schlechte Erfahrungen mit meinem Sprecherkurs gemacht. Ich zahle bei Twitter für Leads, aber es gab nur etwa 10 in 2 Monaten und die reagieren nicht auf Emails. Ich weiß auch gar nicht genau, wie die Leads überhaupt zu solchen wurden …

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