Dozenten-Tipp: Warum Sie auf korrekte Rechtschreibung achten sollten – und wie Sie Fehler vermeiden

Die perfekte Ausleuchtung des Aufnahmeorts, ein gutes Mikrofon, aufwändige Animationen und ein Schnitt, der keine „Ähs“ und „Ähms“ übrig lässt: Meist scheuen Kursautoren keinen Aufwand, um ihren Teilnehmern ein beeindruckendes Erlebnis zu garantieren. Bei näherem Hinsehen fallen sie dann aber auf: die Rechtschreib- oder Grammatikfehler in Kurs- oder Lektionsbeschreibungen, auf den Slides oder gar im Titel des Kurses.

Ist doch bloß ein Tippfehler„, „meinen Kunden sind Fehler egal„, „die wenigsten Menschen schreiben fehlerfrei„. Ich bin ja schon länger im Selfpublishing als Experte unterwegs. Auch dort höre ich immer wieder ähnliche Begründungen. Tatsächlich aber vergessen Sie etwas Wichtiges, wenn Sie sich damit aus der Affäre ziehen wollen. Hier deshalb meine Argumente, warum Sie auf eine korrekte Sprache achten sollten:

  • Potenzielle Studenten können Ihre sachliche Kompetenz nicht beurteilen. Die meisten Menschen haben aber ein gewisses Rechtschreib-Verständnis. Sie sind vielleicht selbst nicht perfekt, aber sie erkennen doch die meisten Fehler. Wenn sie nun in Ihrem Kurs auf solche Schlampereien stoßen, besteht die Gefahr, dass sie darüber auf Ihre Sachkompetenz schließen. Das macht den besten Eindruck kaputt, den ihr Promo-Video vielleicht hinterlassen hat.
  • Unter allen Marketing-Maßnahmen gehört das Prüfen der Rechtschreibung zu den günstigsten. Sie investieren für Facebook- oder Google-Werbung viel Geld. Sie geben Udemy für die Vermittlung von Studenten einen großen Teil ihrer Einnahmen ab. Sie stecken ganze Arbeitstage und -wochen in tolle Video-Aufnahmen. Wollen Sie sich das wirklich von ein paar läppischen Fehlern kaputtmachen lassen?
  • Texte mit falsch geschriebenen Wörtern vermindern Ihre Chancen bei Google. Sie bemühen sich, Ihre Texte möglichst lesbar und trotzdem suchmaschinentauglich zu verfassen. Und dann sollen ein paar Buchstabendreher Ihr Ranking bei Google verhindern? Die Chancen, dass ein potenzieller Kunde nach dem richtig geschriebenen Stichwort sucht, liegen deutlich höher als bei falsch geschriebenen Wörtern.
  • Am Ende entscheidet der Kunde, nicht Google, ob er Ihren Kurs kauft. Manchmal sind gerade Web-Profis versucht, die Rechtschreib-Regeln zugunsten der SEO-Regeln zurücktreten zu lassen. Sie schreiben dann von „Rechtschreib Regeln“ oder über „Web Profis“ – im Glauben, so bei Google besser zu ranken. Am Ende ist es aber immer ein Mensch (jedenfalls heute noch), der auf den „Kurs belegen“-Knopf klickt. Und Menschen (es sei denn, es handelt sich um Web-Profis wie Sie) kennen die SEO-Regeln schlechter als die Rechtschreib-Regeln. Wenn Sie also nicht gerade für Internet-Profis schreiben, vermeiden Sie SEO-Optimierungen, die der deutschen Rechtschreibung widersprechen.

Wie erreichen Sie eine gute Rechtschreibung? Am einfachsten zweifellos, indem Sie all Ihre Texte Korrektur lesen lassen. Haben Sie einen Menschen unter Ihren Freunden und Verwandten, der das übernehmen kann? Lassen Sie nicht nur Ihre Slides lesen, sondern auch Kurs- und Lektionsbeschreibungen.

Die Rechtschreib-Prüfung der gängigen Office-Programme hilft auch schon ein ganzes Stück weit. Schreiben Sie Ihre Texte also in Ihrer Office-Software vor. Alternativ können Sie Online-Tools wie die von RSP24 oder Languagetool nutzen. Diese Anbieter stellen auch Browser-basierte Tools bereit, die Ihnen die Arbeit erleichtern.

About Matthias Matting

Matthias Matting, geboren 1966, ist Physiker und Journalist und einer der erfolgreichsten deutschen Self-Publishing-Autoren. Er hat über 50 Bücher im Self-Publishing veröffentlicht und ist Autor des offiziellen Amazon-Bestsellers 2011. Für sein Buch „Reise nach Fukushima“ erhielt Matthias Matting den 2011 erstmals ausgeschriebenen Buchpreis „derneuebuchpreis.de“ in der Kategorie Sachbuch. Matting ist als Programmleiter eBook bei der Münchner Verlagsgruppe tätig. Er arbeitet außerdem als Kolumnist für das Nachrichtenmagazin FOCUS, als Autor für Federwelt und Telepolis und betreut die wöchentliche Video-Kolumne „Mattings Warentest„. Schließlich gibt er auch Seminare an der Akademie der Bayerischen Presse und an der Online-Akademie Udemy. Matthias Matting ist Vorsitzender des Selfpublisher-Verbandes.

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