Dozenten-Tipp: Was die Anmeldung beim Udemy-Affiliate-Programm bringt und was Sie dazu wissen sollten

Wie viele andere Anbieter auch, bietet Udemy ein Programm, bei dem Sie mitverdienen können, wenn jemand einen Kurs auf Ihre Empfehlung hin kauft, ein so genanntes Affiliate-Programm. Als Belohnung für eine erfolgreiche Vermittlung winken allerdings nicht nur sechs Prozent wie bei Amazon oder iTunes – sondern sehr ordentliche 40 Prozent des vom Nutzer gezahlten Nettobetrags.

Die Anmeldung ist kostenlos und unverbindlich und ist (anders als bei Amazon) für Unternehmen wie Privatpersonen gleichermaßen möglich. Sie benötigen lediglich eine Website. Udemy behält sich vor, Anmeldungen abzulehnen. Getragen wird das Programm nicht von Udemy selbst, sondern von Rakuten Linkshare. Das hat keine Nachteile für Sie, eher Vorteile, weil Sie darüber auch Affiliate für andere Unternehmen werden können.

Doch welche Vorteile hat das Udemy-Affiliate-Programm für Sie als Dozent? Nicht alle Argumente sind so offensichtlich wie die 40 Prozent, die Sie vom Nettoumsatz erhalten (ich nenne sie aber trotzdem):

  • 40 Prozent vom Nettoumsatz, und zwar auf alle Kurse, die jemand spätestens 7 Tage bucht, nachdem er Ihrem Affiliatelink gefolgt ist.
  • Sie werden über Udemy-Marketing-Aktionen und neue Coupons informiert – so können Sie bei Bedarf auch mit eigenen Coupons gegensteuern.
  • Sie können Ihrer Zielgruppe oder Nische weitere passende, nützliche Kurse anbieten – Inhalte, für deren Erstellung Sie keinen Finger krümmen mussten.
  • Sie können für unterschiedliche Ihrer Websites verschiedene IDs eingeben und erhalten so Informationen über die Wirksamkeit Ihrer Werbung.
  • Sie können theoretisch* sogar beim Kauf von Kursen für sich selbst 40 Prozent sparen.

*Theoretisch, weil in den Udemy- und in den Linkshare-Richtlinien (übrigens anders als bei Amazon) die Nutzung der Affiliate-Links für den eigenen Bedarf nirgends explizit ausgeschlossen ist. Tatsächlich sehe ich an meinen Kursen, dass einige Dozenten durchaus so verfahren. Ich selbst würde den Verfasser des Kurses lieber fragen, ob eine Kollegen-Ermäßigung möglich ist. Dazu sind viele Dozenten gern bereit, denn vom ermäßigten Satz erhalten sie dann 97 Prozent, nicht nur 25 Prozent.

Wann sollten Sie Udemys Affiliate-Prozess nicht einsetzen? Vor allem dann, wenn Sie jemanden gefunden haben, der Zugriff auf Ihre Zielgruppe hat und Ihnen so weit vertraut, dass er Ihren Abrechnungen das gleiche Maß an Glauben schenkt wie den ja auch nicht ganz transparenten Berichten von Linkshare. Dann ist nämlich ein privates Affiliate-Modell möglich: Sie erstellen einen Coupon nur für diesen Anbieter – und zahlen dann für jeden darüber gewonnenen Kunden einen gewissen Prozentsatz, der in diesem Fall zum Beispiel auch bei 60 Prozent liegen kann. Dann bleiben nämlich immer noch 40 Prozent bei Ihnen – und nicht 25 Prozent wie über Linkshare.

Was sollten Sie sonst noch beachten? Ihre Leserinnen und Leser sollten immer wissen, dass Sie für eine Empfehlung Affiliate-Provisionen beziehen. Das fordert Linkshare auch in den Geschäftsbedingungen. Bezahlte Anzeigen, die direkt auf Affiliate-Links zeigen, sind in der Regel nicht erlaubt, etwa bei Google Adwords. Eigene Kurse über einen Affiliate-Link zu verkaufen, lohnt sich nicht: Sie erhalten dann nur 65 (40+25) statt 97 Prozent vom Netto. Die gesetzten Affiliate-Tags gelten für 7 Tage. Da das Udemy-Affiliate-Programm nicht allein mit Cookies funktioniert, werden Sie als Nutzer so ein Tag nur wieder los, indem Sie auf ein anderes klicken (jeweils das neueste zählt).

About Matthias Matting

Matthias Matting, geboren 1966, ist Physiker und Journalist und einer der erfolgreichsten deutschen Self-Publishing-Autoren. Er hat über 50 Bücher im Self-Publishing veröffentlicht und ist Autor des offiziellen Amazon-Bestsellers 2011. Für sein Buch „Reise nach Fukushima“ erhielt Matthias Matting den 2011 erstmals ausgeschriebenen Buchpreis „derneuebuchpreis.de“ in der Kategorie Sachbuch. Matting ist als Programmleiter eBook bei der Münchner Verlagsgruppe tätig. Er arbeitet außerdem als Kolumnist für das Nachrichtenmagazin FOCUS, als Autor für Federwelt und Telepolis und betreut die wöchentliche Video-Kolumne „Mattings Warentest„. Schließlich gibt er auch Seminare an der Akademie der Bayerischen Presse und an der Online-Akademie Udemy. Matthias Matting ist Vorsitzender des Selfpublisher-Verbandes.

2 comments

Hallo Matthias,
Danke für die Zusammenfassung der Vor und Nachteile. Ich habe demnächst vor auch dem Affiliate Programm bei zutreten. Du erwähnst:
„Ihre Leserinnen und Leser sollten immer wissen, dass Sie für eine Empfehlung Affiliate-Provisionen beziehen“
Wie genau soll das umgesetzt werden? Über das Impressum bzw. die Datenschutzseite?

Danke vorab
Artur

Schreibe einen Kommentar

*