Dozenten-Tipp: Was Sie beim Erstellen des Promo-Videos beachten sollten

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Wenn ein potenzieller Kunde auf der Udemy-Website Ihren Kurs angeklickt hat oder über einen von Ihnen verschickten Link auf Ihrem Kurs gelandet ist, haben Sie schon einen sehr wichtigen Schritt geschafft: Dieser Mensch interessiert sich tatsächlich für die Inhalte Ihres Kurses! Wenn der Kunde nun wieder wegklickt, sind  nicht mehr irgendwelche Algorithmen anderer dafür verantwortlich, sondern Sie selbst. Ihr Udemy-Kursbild und -titel haben ja offenbar schon überzeugend gewirkt – nun sind Werbevideo und Beschreibung wichtig.

Tatsächlich zeigen Udemy-interne Zahlen, dass Nutzer, die sich ein Werbevideo angesehen haben, mit zehnmal höherer Wahrscheinlichkeit den Kauf-Knopf anklicken als andere. Das sagt natürlich etwas über das Interesse dieser potenziellen Kunden: Wer so viel Interesse und vor allem Zeit mitbringt, sich auch das Promovideo anzusehen, ist gedanklich näher am Kauf als jemand, der nur die Beschreibung überfliegt. Aber es sollten Ihnen auch zu denken geben: Behandeln Sie das Werbevideo nicht als notwendiges Übel, sondern als wesentliches Verkaufs-Werkzeug.

Technische Anforderungen an das Promovideo

Die technischen Anforderungen sind am einfachsten umzusetzen – Sie brauchen nichts anderes als bei der Erstellung Ihres Kurses auch, nämlich guten Ton und gutes Bild. Udemy verlangt eine Auflösung von mindestens 817 x 451 Pixeln. Drehen Sie Ihr Promovideo aber besser in HD (1280 x 720) oder gar FullHD, dann sind Sie auch für die Zukunft gewappnet. Udemy empfiehlt, den potenziellen Kunden nicht länger als 2 Minuten an den Bildschirm zu fesseln.

  • Format: MP4, MOV, WMV
  • Dateigröße: max. 4 GB
  • Länge: unter 2 Minuten (empfohlen)
  • Auflösung: HD (1280 x 720)

Inhaltliche Anforderungen an das Promovideo

Jetzt wird es spannend. Was sollten Sie dem Kunden erzählen – und was nicht? Die Antwort ergibt sich aus den Bedürfnissen der Teilnehmer – gemischt mit ein bisschen Werbepsychologie. Fragen Sie sich selbst: Was wollen Sie über einen Kurs wissen, für den Sie sich interessieren? Sie werden wahrscheinlich bei den bekannten W-Fragen ankommen. Beantworten Sie die Fragen immer so konkret wie möglich!

  • Was kann der Teilnehmer lernen? Was wird er nach Abschluss des Kurses können?
  • Wer ist der Dozent? Was zeichnet Sie aus, warum sind Sie der optimale Gastgeber? Zeigen Sie Ihr Gesicht und Ihre Stimme, damit der Kunde erkennen kann, ob er es mit Ihnen mehrere Stunden lang aushält.
  • Wie vermitteln Sie Ihr Wissen? Zeigen Sie gern auch kurze Ausschnitte aus den Lektionen. Enthält Ihr Kurs praktische Aufgaben, nutzen Sie Prüfungen (Quizzes)?
  • Warum sollte der Kunde Ihren Kurs belegen (und keinen anderen)? Und warum sollte dieser Kunde Ihren Kurs belegen (und kein anderer)?
  • Wann ist es an der Zeit, auf „Buchen“ zu klicken? Hier gibt es nur eine Antwort: jetzt! Der berühmt-berüchtigte Call-to-action. Entlassen Sie Ihren Kunden nicht, ohne ihm den Kauf nahegelegt zu haben. Aber nerven sie ihn nicht. Verbinden Sie die Aufforderung mit einem konkreten Nutzen. Statt „Kauf mich“ sagen Sie zum Beispiel besser „Teste mich unverbindlich“.

Lediglich die „Wo„-Frage können Sie weglassen, denn wer bei Udemy angekommen ist, weiß schon, wo der Kurs stattfindet. Diese Frage müssen Sie aber beantworten, wenn Sie zum Beispiel auf YouTube oder Ihrer eigenen Website für Ihren Kurs werben! Vergessen Sie dann auch nicht, das 30-tägige Rückgaberecht zu erwähnen.

Beispiel-Promovideo: viel zu lang, Dozent zeigt sich nicht persönlich
Beispiel-Promovideo: viel zu lang, Dozent zeigt sich nicht persönlich

Beispiel: Ein Skript für Ihr Promo-Video

Nachdem Sie die Antworten auf die Fragen notiert haben, sollten Sie darauf aufbauend ein kleines Skript für Ihr Werbevideo schreiben. Das kann zum Beispiel so aussehen:

  • 3 Sekunden: Startbild. Der Kunde hat gerade auf Ihr Video geklickt, braucht aber vielleicht einen kurzen Moment, um den Ton hochzudrehen. Das Startbild sollte trotzdem nicht langweilen.
  • 20 Sekunden: Was? Die wesentlichen Lernerfolge, idealerweise am praktischen Beispiel.
  • 20 Sekunden: Wer? Spätestens hier müssen Sie selbst ins Bild kommen.
  • 20 Sekunden: Wie? Ausschnitte aus Ihren Lektionen (Screencasts, Slides…) – mit Erklärung in der Tonspur.
  • 20 Sekunden: Warum? Am besten von Ihnen selbst oder per Präsentation erklärt.
  • 10 Sekunden: Wann? Der Call-to-action. Idealerweise mit Screencast, in dem der Mauszeiger auf den Buchungsknopf fährt.

Notieren Sie zu jeder Frage Ihre Antwort in Stichwörtern. Ich würde die Sätze nicht ausformulieren, sonst klingen Sie wahrscheinlich, als würden Sie ablesen. Testen Sie, ob Sie mit den Stichwörtern auf je 20 Sekunden pro Frage kommen. Wenn nicht, sprechen Sie auf keinen Fall schneller. Ein durchschnittlicher Zuhörer kann nicht mehr als 90-100 Wörter pro Minute (also maximal 33 Wörter in 20 Sekunden) verarbeiten.

Lesen können die meisten Menschen übrigens schneller, deshalb sollten Sie nie auf Folien ausformulierte Sätze zeigen, die Sie dann vorlesen – das führt automatisch zu Langeweile.

Dass die einzelnen Abschnitte jeweils 20 Sekunden lang sind, hat einen praktischen Sinn: Etwa alle 20 Sekunden muss unser Gehirn seinen Zwischenspeicher leeren und braucht dafür eine kurze Pause. Hier ist also ein einsekündiger Schnitt angemessen. Mit Schnitten und Startbild kommen Sie damit auf etwa 100 Sekunden. Mehr als 120 Sekunden sollten es nicht werden.

Das Promo-Video hochladen

Leider ist es nach wie vor nicht möglich, das Werbevideo mit dem Udemy-Uploader hochzuladen. Falls der Upload über das Web scheitert (etwa an der Dateigröße), hilft Ihnen auch der Support weiter.

About Matthias Matting

Matthias Matting, geboren 1966, ist Physiker und Journalist und einer der erfolgreichsten deutschen Self-Publishing-Autoren. Er hat über 50 Bücher im Self-Publishing veröffentlicht und ist Autor des offiziellen Amazon-Bestsellers 2011. Für sein Buch „Reise nach Fukushima“ erhielt Matthias Matting den 2011 erstmals ausgeschriebenen Buchpreis „derneuebuchpreis.de“ in der Kategorie Sachbuch. Matting ist als Programmleiter eBook bei der Münchner Verlagsgruppe tätig. Er arbeitet außerdem als Kolumnist für das Nachrichtenmagazin FOCUS, als Autor für Federwelt und Telepolis und betreut die wöchentliche Video-Kolumne „Mattings Warentest„. Schließlich gibt er auch Seminare an der Akademie der Bayerischen Presse und an der Online-Akademie Udemy. Matthias Matting ist Vorsitzender des Selfpublisher-Verbandes.

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