Dozenten-Tipp: Wie Sie professionell mit Nutzer-Rezensionen umgehen

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Vielleicht hatte Ihr Nutzer einen schlechten Tag. Womöglich hat ihn die mehrmalige Bewertungs-Aufforderung von Udemy genervt. Eventuell ist ein missgünstiger Wettbewerber oder Misanthrop am Werk: Irgendwann passiert es jedem Dozenten. Die erste wirklich miese Rezension prangt im System. Ein Stern, verbunden mit einer vernichtenden Kritik. Sie würden am liebsten … nein, das wäre strafrechtlich relevant.

Es gibt einen besseren Weg. Atmen Sie tief durch, heulen Sie sich wenn nötig im engsten Kreis aus (auf keinen Fall in der Öffentlichkeit) und zeigen Sie sich ansonsten als der Profi, der Sie sind, und der grundsätzlich zwei Schritte unternimmt.

1. Inhalt der Rezension prüfen

Tatsächlich wollen die meisten Rezensenten Sie gar nicht ärgern. Eine Bewertung zu schreiben, die über das Anklicken von Sternen hinausgeht, ist Aufwand. Ein Rezensent treibt diesen Aufwand, weil er oder sie eine Botschaft hat. Im Grunde ist das ein positiver Akt, der Mensch spricht mit Ihnen, statt sich sein Geld zurück zu holen (falls er das nicht hinterher auch noch tut). Bekommen Sie also heraus, worin die Botschaft besteht.

Dafür gibt es im Grunde nur zwei Möglichkeiten. Erstens – es ist Ihnen fachlich oder didaktisch nicht gelungen, in Ihrem Kurs die Erwartungen des Lesers zu erfüllen. Zweitens – Sie hatten gar nicht die Absicht, die konkreten Erwartungen des Nutzers einzulösen, weil Sie mit der Kurswerbung falsche Erwartungen geweckt haben. In beiden Fällen können Sie – indem Sie den Nutzer direkt ansprechen – konkrete Abhilfe schaffen.

Sie finden für keine dieser Varianten Anhaltspunkte? Dann liegt wohl wirklich ein absichtlicher Verriss vor, aus welchem Grund auch immer. So etwas gibt es leider.

2. Angemessen reagieren

Wenn eine Lektion unverständlich ist, drehen Sie sie neu. Fehlt ein Aspekt, fügen Sie eine Lektion hinzu. Weisen Sie dann den Leser darauf hin – mit etwas Glück ändert er seine Bewertung (das ist bei Udemy möglich).

Falls Sie falsche Erwartungen geweckt haben, sollten Sie die Kurs-Promotion abklopfen. Wo entsteht diese falsche Hoffnung? Haben Sie die Zielgruppe nicht konkret genug angesprochen? Wenn Sie Ihren Kurs nicht umbauen wollen, sollten Sie sich beim fehlgeleiteten Nutzer entschuldigen und ihm explizit die Erstattung der Gebühren anbieten, selbst wenn die 30 Tage schon vorbei sind.

Falls Sie bei Schritt 1 festgestellt haben, dass der Rezensent Sie bloß provozieren wollte, reagieren Sie am besten gar nicht. Solche Bewertungen diskreditieren sich oft selbst. Bedenken Sie, dass andere Nutzer Sie daraufhin beurteilen, wie Sie auf Kritik reagieren. Wenn es also keine sachliche Möglichkeit gibt, Einsicht zu zeigen, müssen Sie nicht herumschleimen – verzichten Sie einfach auf eine Antwort.

Tipp: Auch auf gute Bewertungen verdienen eine Antwort, und wenn es ein einfaches „Danke“ ist. Die Liste Ihrer Bewertungen finden Sie bei Udemy übrigens hier.

About Matthias Matting

Matthias Matting, geboren 1966, ist Physiker und Journalist und einer der erfolgreichsten deutschen Self-Publishing-Autoren. Er hat über 50 Bücher im Self-Publishing veröffentlicht und ist Autor des offiziellen Amazon-Bestsellers 2011. Für sein Buch „Reise nach Fukushima“ erhielt Matthias Matting den 2011 erstmals ausgeschriebenen Buchpreis „derneuebuchpreis.de“ in der Kategorie Sachbuch. Matting ist als Programmleiter eBook bei der Münchner Verlagsgruppe tätig. Er arbeitet außerdem als Kolumnist für das Nachrichtenmagazin FOCUS, als Autor für Federwelt und Telepolis und betreut die wöchentliche Video-Kolumne „Mattings Warentest„. Schließlich gibt er auch Seminare an der Akademie der Bayerischen Presse und an der Online-Akademie Udemy. Matthias Matting ist Vorsitzender des Selfpublisher-Verbandes.

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