Lohnt es sich, eigene Kurse als Affiliate zu verkaufen?

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Im US-Udemy-Forum kam kürzlich die Frage auf, ob es sich lohnt (und erlaubt ist), eigene Kurse mit eigenem Affiliate-Link zu verkaufen. Der Hintergrund: Es kann passieren, dass ein Dozent einen Couponcode vergibt – und am Ende doch nicht 97, sondern nur 25 Prozent vom Nettopreis erhält.

Das ist kein Buchungsfehler: Falls Ihr potenzieller Kunde vor höchstens sieben Tagen bereits einen Affiliate-Link zu Udemy angeklickt hat, dann wird diesem Affiliate-Vermarkter Ihr Verkauf zugerechnet, selbst wenn der Coupon direkt von Ihnen (etwa per E-Mail) kam.

Das ist auf den ersten Blick durchaus ärgerlich. Schließlich hat der Affiliate ja gar keinen Anteil am Zustandekommen dieses Verkaufs. Trotzdem bekommt er 40 Prozent und Sie nur 25. Das Argument dafür ist: Der Affiliate hat es vor Ihnen geschafft, den Kunden auf die Udemy-Website zu bringen. Und diese Tätigkeit soll das System entlohnen, selbst wenn der Kunde dann erst später kauft (selten wird schon beim ersten Hinsehen gekauft).

Dass so etwas passiert, können Sie auf zwei Wegen verhindern:

Die Kunden zu bitten, ihre Cookies zu löschen, hilft übrigens nicht, weil das Programm nicht auf reiner Cookie-Basis arbeitet.

Aber lohnt es sich, eigene Kurse als Affiliate anzubieten? Das hängt davon ab, wie hoch das Risiko ist, dass sich ein anderer Affiliate Ihren Kunden „schnappt“. Abschätzen können Sie das so:

Wenn Sie an jeden Ihrer Links Ihren Affiliate-Code anhängen, erhalten Sie 25 + 40 = 65 Prozent vom Nettopreis. Wenn Sie ohne Affiliate per Coupon verkaufen, erhalten Sie hingegen 97 Prozent.

Wenn nun nur in einem von drei Fällen, in denen Sie Coupons vergeben haben, andere Affiliates zum Zuge kamen, haben Sie im Mittel (25 + 97 + 97) / 3 = 73 Prozent verdient. Das ist mehr als beim Einsatz der eigenen Affiliate-ID (mit im Mittel 65 Prozent).

Gerät allerdings jeder zweite Ihrer Coupons in falsche Affiliate-Hände, dreht sich das Verhältnis um. Sie erhalten dann mit eigener Affiliate-ID immer noch 65 Prozent, während Sie mit fremden Affiliates im Spiel nur noch (97 + 25) / 2 = 61 Prozent einnehmen.

Bevor Sie sich für einen der beiden Wege entscheiden, sollten Sie also erst einmal Erfahrungen sammeln. Nur dann können Sie für Ihren konkreten Fall einschätzen, wie groß das Verhältnis tatsächlich ist.

About Matthias Matting

Matthias Matting, geboren 1966, ist Physiker und Journalist und einer der erfolgreichsten deutschen Self-Publishing-Autoren. Er hat über 50 Bücher im Self-Publishing veröffentlicht und ist Autor des offiziellen Amazon-Bestsellers 2011. Für sein Buch „Reise nach Fukushima“ erhielt Matthias Matting den 2011 erstmals ausgeschriebenen Buchpreis „derneuebuchpreis.de“ in der Kategorie Sachbuch. Matting ist als Programmleiter eBook bei der Münchner Verlagsgruppe tätig. Er arbeitet außerdem als Kolumnist für das Nachrichtenmagazin FOCUS, als Autor für Federwelt und Telepolis und betreut die wöchentliche Video-Kolumne „Mattings Warentest„. Schließlich gibt er auch Seminare an der Akademie der Bayerischen Presse und an der Online-Akademie Udemy. Matthias Matting ist Vorsitzender des Selfpublisher-Verbandes.

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