Mit Online-Kursen bei Udemy Geld verdienen – die sieben wichtigsten Fragen und Antworten

Das Allerwichtigste vorab: Falls Ihnen irgend jemand erzählt hat, Udemy oder eine andere Online-Lern-Plattform sein ein bequemer Weg, passives Einkommen zu erwirtschaften, dann streichen Sie denjenigen oder dienige aus Ihrer Liste vertrauenswürdiger Ratgeber. Es ist nicht möglich, mit Online-Kursen passives Einkommen zu erzielen, sprich: Einkommen, das wie von selbst Ihr Konto füllt. Stattdessen steckt hinter jeder erfolgreichen Dozenten-Karriere harte Arbeit, die auch mit der Veröffentlichung des Kurses nicht zu Ende ist. Die sieben wichtigsten Fragen dazu soll dieser Artikel beantworten.

1. Woraus bestehen Online-Kurse?

Online-Kurse können aus Video-, Audio- und PowerPoint-Präsentationen (also Text) bestehen. Die Plattform Udemy besteht darauf, dass 60 Prozent der Inhalte Videos sind. Bei den Videos können Sie wiederum reine Screencasts hochladen (Sie erklären, was auf dem Bildschirm passiert) oder aber Vorträge, bei denen Sie real vor einer Tafel oder virtuell vor einem Greenscreen agieren.

2. Wieviel Aufwand ist es, einen Kurs zu erstellen?

Der Aufwand für einen Online-Kurs hängt wesentlich davon ab, was Sie schon wissen und auf welchen Fundus an Vorträgen Sie zurückgreifen können. Außerdem spielt natürlich der Umfang eine Rolle. Einen kleinen Kurs mit einer Stunde Video sollten Sie an einem Arbeitstag sprechen und schneiden können, maximal an zwei. Für einen umfangreichen Kurs mit zehn Stunden Video brauchen Sie entsprechend länger.

3. Was brauche ich, um mit Online-Kursen anzufangen?

Mein erster Kurs ist mit der Webcam und dem eingebauten Mikrofon des eigenen Notebooks enstanden, geschnitten habe ich ihn mit iMovie. Das funktioniert, wenn Sie damit auch keine optimale Qualität erreichen werden. Mit der Zeit werden Sie darum aufrüsten: Erst vielleicht ein gutes Mikrofon (um die 100 Euro), später dann eine bessere Schnittsoftware, Audio-Software, eine bessere Kamera… Wichtig ist, dass Sie von Anfang an inhaltlich sehr gute Qualität liefern, die ist vielen Nutzern wichtiger als ein bisschen Hall auf dem Audiokanal.

4. Wie groß ist der Markt für Online-Kurse?

Das ist realistisch nicht einzuschätzen. In den USA haben tatsächlich bereits einige Online-Dozenten Millionen Dollar verdient. Dabei handelt es sich allerdings um Ausnahmen. Die meisten Trainer (Udemy zählt allein etwa 12000) verdienen niedrige dreistellige Beträge.

Der deutsche Markt ist noch im Entstehen begriffen. Die Udemy-Website ist nicht einmal komplett lokalisiert. Das heißt, dass Sie mit deutschsprachigen Kursen kaum auf ein sehr großes Publikum hoffen dürfen. Andererseits ist das natürlich eine gute Gelegenheit, vorn mit dabei zu sein.

5. Was soll mein Online-Kurs kosten?

Es gibt im Grunde vier Preiskategorien, die alle ihre Berechtigung haben. Die Preise in Euro entsprechen ungefähr denen in Dollar.

  • Gratis: solche Kurse werben für ein anderes Geschäft (Kurse, Services, …) des Dozenten, sind also als PR-Maßnahmen ausgelegt.
  • Unter 20 Dollar: Dabei handelt es sich um Kurse zu massenkompatiblen Themen oder in sehr umkämpften Nischen. Sie sollten trotzdem nicht weniger als eine Stunde Inhalte bieten.
  • Unter 100 Dollar: Die Mittelklasse. Diese Kurse enthalten zwischen drei und sechs Stunden Material und richten sich oft schon an eine kleinere Zielgruppe.
  • Über 100 Dollar: Kurse mit wenigstens zehn Stunden Video können Sie in die Oberklasse einordnen. Sie haben ungefähr Wert und Wertigkeit eines Wochenend-Seminars. Typisch ist hier ein Preis von 299 Euro.

Beachten Sie bei der Preiswahl auch, dass durch die Udemy-Marketingaktionen bei Ihnen meist deutlich weniger Münzen in der Kasse klingeln als auf dem Preisschild steht.

6. Wie versteuere ich die Einnahmen aus Online-Kursen?

Als Dozent sind Sie in der Regel Freiberufler – das ist bequem. Sie müssen Ihre Einnahmen natürlich bei der Einkommenssteuer angeben und sind umsatzsteuerpflichtig (wenn Sie nicht die Kleinunternehmer-Regelung in Anspruch nehmen).

7. Kann ich meine Kurse auch anderswo anbieten?

So, wie meine Antworten oben sich nicht nur auf Udemy, sondern auch auf andere Plattformen übertragen lassen, gilt das auch für Ihre eigenen Inhalte. Sie können und dürfen Ihre Kurse auch bei der Konkurrenz verkaufen. Allerdings dürfen Sie Inhalte, die bei Udemy Geld kosten, nicht anderswo (etwa bei YouTube) kostenlos zum Download anbieten.

About Matthias Matting

Matthias Matting, geboren 1966, ist Physiker und Journalist und einer der erfolgreichsten deutschen Self-Publishing-Autoren. Er hat über 50 Bücher im Self-Publishing veröffentlicht und ist Autor des offiziellen Amazon-Bestsellers 2011. Für sein Buch „Reise nach Fukushima“ erhielt Matthias Matting den 2011 erstmals ausgeschriebenen Buchpreis „derneuebuchpreis.de“ in der Kategorie Sachbuch. Matting ist als Programmleiter eBook bei der Münchner Verlagsgruppe tätig. Er arbeitet außerdem als Kolumnist für das Nachrichtenmagazin FOCUS, als Autor für Federwelt und Telepolis und betreut die wöchentliche Video-Kolumne „Mattings Warentest„. Schließlich gibt er auch Seminare an der Akademie der Bayerischen Presse und an der Online-Akademie Udemy. Matthias Matting ist Vorsitzender des Selfpublisher-Verbandes.

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