Soll ich meinen Kurs für bestimmte Zeit kostenlos anbieten?

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Auf dem weltweiten Udemy-Marktplatz ist es absolut üblich, einen Kurs erst einmal für bestimmte Zeit oder eine bestimmte Zahl von Nutzern kostenlos anzubieten. Ziel ist hier der „social proof“: die Glaubwürdigkeit durch die schiere Zahl von Nutzern zu steigern. Wenn Sie also bei einem Kurs 5045 Studenten eingetragen sehen, sind das sehr selten über 5000 zahlende Kunden – eher hat der Dozent 5000 kostenlose Coupons verteilt. Die Anzahl der Studenten spielt aber auch eine Rolle, wenn es um die Einordnung des Kurses im Udemy-Verzeichnis und damit um die Sichtbarkeit geht.

Wenn Sie einen englischsprachigen Kurs vorbereitet haben, werden Sie deshalb um diese Art des Marketings kaum herumkommen. Allerdings empfiehlt es sich hier, bei der Verteilung der Coupons sinnvoll vorzugehen. Idealerweise gewinnen Sie damit Teilnehmer, die am Thema wirklich interessiert sind. Posten Sie jedoch den Coupon einfach nur im Udemy Studio auf Facebook (dort gibt es ein Dokument, das genau dafür gedacht ist), dann haben Sie zwar blitzschnell Tausende von Studenten (die Codes landen von dort schnell auf diversen Code-Börsen), aber darunter sind meist wenige aktive Nutzer.

Es ist deshalb durchaus empfehlenswert, Nutzern die Zusendung eines Coupons auf Anfrage per Mail anzubieten – etwa auf Ihrer Homepage, im Newsletter oder auch in einer „Promotional Message“ auf Udemy. Sie werden damit zwar nicht von heute auf morgen 1000 Teilnehmer generieren, aber wer sich die Mühe macht, bei Ihnen nachzufragen, der interessiert sich wirklich für das Kursthema, wird den Kurs aktiv belegen und am Ende vielleicht sogar eine Rezension schreiben.

Wie es bei deutschsprachigen Kursen aussieht

In Deutschland spielt derzeit das Udemy-eigene Marketing eine geringere Rolle als auf dem US-Markt. Wenn Sie hier 1000 Studenten kostenlos annehmen, haben Sie womöglich bereits das komplette Potenzial ausgeschöpft. Realistischer ist es, zehn oder 20 Coupons kostenlos zu vergeben, etwa im deutschen Udemy Studio auf Facebook oder aber als Bonus an Teilnehmer Ihrer anderen Kurse. Das hilft Ihnen dann gleich doppelt: Zum einen verschafft es „social proof“, zum anderen zufriedenere Teilnehmer, die sich auf die ihnen mögliche Art und Weise bedanken, nämlich durch Weiterempfehlungen oder Rezensionen. Vermutlich erkennen Sie hier schon das Muster: Wirklicher Erfolg auf Udemy ist selten die Folge einer einmaligen Hauruck-Aktion; „schnell reich werden“ funktioniert nicht. Vielmehr sollte Ihr Ziel darin bestehen, eine Reihe sich ergänzender Kurse anbieten zu können. Das erleichtert gerade das Marketing zum Start eines neuen Kurses enorm.

Eine andere Strategie will ich aber auch noch erwähnen: Es gibt Dozenten, die ihre Kurse schon relativ früh veröffentlichen und dann zunächst kostenlos anbieten – nicht via Coupon, sondern als reguläre kostenlose Kurse. Dann bauen sie den Kurs Schritt für Schritt weiter aus – unter den Augen der neugierigen Studenten, die dabei die Chance haben, die Weiterentwicklung zu beeinflussen. Das kann eine spannende Vorgehensweise sein, weil Sie direkt auf die Bedürfnisse der Lernenden eingehen können. Irgendwann kommt dann der Moment, wo der Dozent einen Preis festlegt. Der „social proof“ ist dann bereits erfolgt und Sie können sofort mit dem Verkauf beginnen.

About Matthias Matting

Matthias Matting, geboren 1966, ist Physiker und Journalist und einer der erfolgreichsten deutschen Self-Publishing-Autoren. Er hat über 50 Bücher im Self-Publishing veröffentlicht und ist Autor des offiziellen Amazon-Bestsellers 2011. Für sein Buch „Reise nach Fukushima“ erhielt Matthias Matting den 2011 erstmals ausgeschriebenen Buchpreis „derneuebuchpreis.de“ in der Kategorie Sachbuch. Matting ist als Programmleiter eBook bei der Münchner Verlagsgruppe tätig. Er arbeitet außerdem als Kolumnist für das Nachrichtenmagazin FOCUS, als Autor für Federwelt und Telepolis und betreut die wöchentliche Video-Kolumne „Mattings Warentest„. Schließlich gibt er auch Seminare an der Akademie der Bayerischen Presse und an der Online-Akademie Udemy. Matthias Matting ist Vorsitzender des Selfpublisher-Verbandes.

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