Thinkific versus Udemy: Wann sich Plattform-Gebühren und Einnahmeanteil rechnen

Ende Juni hat Udemy bekanntgegeben, die Maximalpreise von Kursen auf 299 Dollar beziehungsweise 270 Euro zu begrenzen (wobei es sich um Nettopreise handelt, man kann also nach wie vor Kurse für 299 Euro im deutschen Udemy-Store verkaufen). Das hat Anbieter alternativer Lern-Plattformen offenbar angeregt, sich als Alternative anzubieten, jedenfalls erhielt ich entsprechende Mails von Thinkific. Und ich vermute, ich war nicht der einzige Empfänger…

Deshalb heute hier mal ein kleiner Vergleich. Die Besonderheit von Thinkific (und ähnlichen Plattformen wie Fedora, CourseCraft, Patience…) besteht darin, dass Sie als Dozent einen Pauschalbetrag für die Nutzung der Plattform bezahlen. Dafür werden Ihnen dann keine Zahlungskosten berechnet. Bei Thinkific beginnt dieser Modus beim Business-Account für 99 Dollar monatlich (oder 79 Dollar, wenn Sie gleich ein Jahr im voraus zahlen).

Wann lohnt sich das? Die Rechnung ist einfach. Bei Udemy haben Sie Zahlungskosten von 3 Prozent (siehe Udemy-Auszahlungstabelle), wenn Sie Ihren Kurs selbst vermarkten (und das müssen Sie bei Thinkific auf jeden Fall). Damit Sie zumindest nichts verlieren, brauchen Sie also monatliche Umsätze von 3300 Dollar (das sind im Jahr 39.600 Dollar), damit sich ein Umstieg rein finanziell lohnt. Dabei muss es sich um Umsätze aus Ihren eigenen Promotions handeln, denn das organische Marketing von Udemy fällt beim alternativen Anbieter ja weg. Falls Sie bei Thinkific das kommende Jahr vorauszahlen, sparen Sie ein bisschen, dann brauchen Sie nur noch Monatsumsätze von 2633 Dollar.

Die Zahlungs- und Plattform-Kosten sind zwar wichtige Argumente, doch es gibt natürlich noch weitere. Diese habe ich in der folgenden Tabelle aufgeführt.

Plattform Udemy Thinkific
Plus

Keine Monatsgebühr

Starkes organisches Marketing (in USA 80 Prozent der Umsätze!)

Affiliate-Programm

Bekanntheitsgrad der Plattform

Keine Zahlungskosten

Freie Preisgestaltung

Kurse unter Ihrem Label

Studenten gehören Ihnen

Bundles, Upsells, Abonnements möglich

Zeitlich geplante Inhalte möglich (drip content)

Minus

Eingeschränkter Promo-Zugang zu Studenten

Zahlungskosten

Beschränkte Marketing-Möglichkeiten (keine Bundles, Upsells, Abos…)

Maximalpreis von 270 Euro

Hohe Monatsgebühr

Kein Plattform-eigenes Marketing

 

 

About Matthias Matting

Matthias Matting, geboren 1966, ist Physiker und Journalist und einer der erfolgreichsten deutschen Self-Publishing-Autoren. Er hat über 50 Bücher im Self-Publishing veröffentlicht und ist Autor des offiziellen Amazon-Bestsellers 2011. Für sein Buch „Reise nach Fukushima“ erhielt Matthias Matting den 2011 erstmals ausgeschriebenen Buchpreis „derneuebuchpreis.de“ in der Kategorie Sachbuch. Matting ist als Programmleiter eBook bei der Münchner Verlagsgruppe tätig. Er arbeitet außerdem als Kolumnist für das Nachrichtenmagazin FOCUS, als Autor für Federwelt und Telepolis und betreut die wöchentliche Video-Kolumne „Mattings Warentest„. Schließlich gibt er auch Seminare an der Akademie der Bayerischen Presse und an der Online-Akademie Udemy. Matthias Matting ist Vorsitzender des Selfpublisher-Verbandes.

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