Udemy führt Preislimit von 270 Euro ein – was das für Dozenten bedeutet

Die Online-Kurs-Plattform Udemy begrenzt ab 7. Juli den Preis aller Kurse generell auf 270 Euro (300 Dollar). Gleichzeitig wird ein Mindestpreis von 8 Euro (9 Dollar) eingeführt. Den Teilnehmern solle damit „die Kurs-Auswahl erleichtert“ werden, außerdem wolle man „verbesserte Werbe-Strategien ermöglichen, um die Einkünfte der Dozenten zu erhöhen“.

Angeblich betrifft die Änderung überhaupt nur vier Prozent aller Kurse – 96 Prozent befänden sich derzeit schon im empfohlenen Preisbereich von 9 bis 300 Dollar. Nach dem 7. Juli wolle Udemy zudem verstärkt Preis-Tests durchführen, um besser optimale Preise für die Angebote empfehlen zu können. Dabei verspricht man, keine Testpreise unter 10 Dollar zu nutzen.

Was heißt das für die Dozenten?

  • Wenn der Preis Ihres Kurses im empfohlenen Bereich liegt, brauchen Sie nichts zu tun. Sie müssen allerdings mit vermehrten Preissenkungs-Tests durch Udemy rechnen. Wenn Sie daran nicht teilnehmen wollen, sollten Sie Udemys Marketing-Aktionen deaktivieren.
  • Liegt der Preis Ihres Kurses höher oder niedriger, müssen Sie ihn bis spätestens 7. Juli ändern. Udemy erlaubt künftig keine Ausnahmen mehr. Die Website spezifiziert nicht, was passiert, wenn Sie der Aufforderung nicht nachkommen, ob Ihr Kurs dann deaktiviert wird oder der Preis automatisch auf das Maximum sinkt. Auf dem deutschen Markt kann man sich natürlich zu Recht fragen, warum ausgerechnet die psychologisch ungünstige Grenze von 270 Euro gewählt wurde. Ihre Coupons behalten übrigens ihre Gültigkeit.
  • Wer Kurse anbietet, die mehr als 270 Euro wert sind, und die Preisanpassung deshalb nicht mitmachen will, braucht eine neue Strategie. Vielleicht lässt sich der Kurs in Einsteiger-, Mittel- und Profiniveau unterteilen? Zu überlegen ist natürlich auch, die Lern-Plattform zu wechseln und den Kurs zum Beispiel auf  der eigenen Website anzubieten.
  • Wer Kurse für weniger als 8 Euro verkauft, muss den Preis ebenfalls anpassen. Es wird in Zukunft allerdings noch immer möglich sein, Coupons mit geringeren Preisen einzurichten, die Änderungen gelten nur für die Listenpreise.
  • Wer kostenlose Kurse anbietet, ist von den Änderungen nicht betroffen.

An den Auszahlungen für per Coupon oder über Udemy vermittelte Kurse wird sich nichts ändern. Sie erhalten also nach wie vor zwischen 25 und 97 Prozent vom Nettoerlös.

About Matthias Matting

Matthias Matting, geboren 1966, ist Physiker und Journalist und einer der erfolgreichsten deutschen Self-Publishing-Autoren. Er hat über 50 Bücher im Self-Publishing veröffentlicht und ist Autor des offiziellen Amazon-Bestsellers 2011. Für sein Buch „Reise nach Fukushima“ erhielt Matthias Matting den 2011 erstmals ausgeschriebenen Buchpreis „derneuebuchpreis.de“ in der Kategorie Sachbuch. Matting ist als Programmleiter eBook bei der Münchner Verlagsgruppe tätig. Er arbeitet außerdem als Kolumnist für das Nachrichtenmagazin FOCUS, als Autor für Federwelt und Telepolis und betreut die wöchentliche Video-Kolumne „Mattings Warentest„. Schließlich gibt er auch Seminare an der Akademie der Bayerischen Presse und an der Online-Akademie Udemy. Matthias Matting ist Vorsitzender des Selfpublisher-Verbandes.

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