Von 0 auf 20.000 in zwölf Monaten: Meine sieben Lehren aus einem Jahr Udemy

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Im Dezember 2014 bekam ich eine Anfrage einer Firma, die mir bis dahin noch kein Begriff war. „Udemy“ hieß sie, und es unterzeichnete ein Jan Belke, der mich fragte, ob ich nicht darüber nachdenken möge, Online-Kurse auf der Plattform seines kalifornischen Arbeitgebers zu veröffentlichen, denn man beabsichtige, auch auf dem deutschen Markt kräftig durchzustarten.

Neuen Gelegenheiten gegenüber bin ich immer sehr aufgeschlossen. Es hatte sich ja auch im Nachhinein als Segen erwiesen, beim Start von Kindle Direct Publishing in Deutschland dabei zu sein. Stoff für einen Online-Kurs hatte ich dank meines Blogs Selfpublisherbibel.de genug, außerdem gebe ich regelmäßig Offline-Seminare an der Akademie der Bayerischen Presse.

Anfang März war mein erster Kurs fertig. Natürlich ging es um mein aktuelles Lieblingsthema, das Selfpublishing. Die Weiterbildungen, die ich im realen Leben anbiete, kosten die Teilnehmer deutlich dreistellige Beträge. Das sind sie, denke ich, auch wert, denn es wird professionelles Wissen vermittelt, dass für den eigenen Arbeits-Alltag nutzbar ist. Es kam deshalb für mich nicht in Frage, an Udemys Marketing-Aktionen teilzunehmen, bei denen die Kurse für 10 oder 15 Euro verkauft wurden. Professionell betriebenes Selfpublishing ist aber auch kein Thema mit hoher Preiselastizität – sprich: wenn der Preis auf ein Zehntel sinkt, wächst die Kundschaft nicht auf das Zehnfache.

Für die Vermarktung war ich also darauf angewiesen, potenzielle Kunden selbst anzusprechen. Das hat gut funktioniert – die Selfpublisherbibel hat einen hervorragenden Ruf. Ziemlich genau ein Jahr nach dem Start hat mein Einnahmebericht erstmals eine Zahl über 20.000 gezeigt. Gewonnen habe ich aber auch jede Menge Erfahrungen – hier ein kleiner Ausschnitt:

  1. Die größte Schwierigkeit bei der Kurserstellung ist ein guter Ton ohne Rauschen und Hall. Ein externes USB-Mikrofon, ein flüsterleises MacBook und ein vollgepacktes Wohnzimmer erfüllen bei mir diese Voraussetzungen.
  2. Der Aufwand, ein Mashup zu erstellen, lohnt sich selten. Inzwischen schneide ich meine Präsentations-Videos so, dass man wenigstens zu Beginn und zum Schluss mein Gesicht sieht, zwischendurch stehen die Bildschirm-Inhalte im Vordergrund.
  3. Die Kurs-Freischaltung scheitert oft eher an Kleinigkeiten als an großen Problemen – wenn etwa der Infotext dem Freischalter nicht ausführlich genug erscheint.
  4. Den US-Markt zu erreichen ist schwer – mein einziger englischsprachiger Kurs verkauft sich trotz vorhandener Zielgruppe und konkurrenzloser Thematik kaum.
  5. Deutsche Nutzer sind bei Online-Kursen durchaus zahlungsbereit. Die von Udemy errechneten, tatsächlich gezahlten Durchschnittspreise für meine Hauptkurse liegen bei 104 €, 96 €, 93 € und 82 €.
  6. Mit anderen Dozenten zusammenzuarbeiten und auf diese Weise Kompetenzen für ein bestimmtes Thema zu bündeln, ist eine wirksame Strategie (Danke, Kathrin und Johann-Christian).
  7. Kurse bei Udemy zu veröffentlichen bringt kein passives Einkommen. Im Gegenteil: ein Monat ohne eigene Werbemaßnahmen, und der Umsatz schrumpft. Ein Vierteljahr ohne neuen Kurs, und der Umsatz schrumpft. Die Verkaufskurve flacht bei neuen Kursen relativ schnell ab.

Meine Erfahrungen gebe ich auch in einem Kurs weiter: „Als Online-Dozent von 0 auf 20.000 Euro in 12 Monaten“ liefert, in Monats-Abschnitte unterteilt, eine seriöse Langzeit-Strategie, mit der Sie als Online-Dozent Erfolg einfahren können. Leser der Trainerbibel erhalten den ersten Kursteil für nur 5 statt 10 Euro (hier klicken).

About Matthias Matting

Matthias Matting, geboren 1966, ist Physiker und Journalist und einer der erfolgreichsten deutschen Self-Publishing-Autoren. Er hat über 50 Bücher im Self-Publishing veröffentlicht und ist Autor des offiziellen Amazon-Bestsellers 2011. Für sein Buch „Reise nach Fukushima“ erhielt Matthias Matting den 2011 erstmals ausgeschriebenen Buchpreis „derneuebuchpreis.de“ in der Kategorie Sachbuch. Matting ist als Programmleiter eBook bei der Münchner Verlagsgruppe tätig. Er arbeitet außerdem als Kolumnist für das Nachrichtenmagazin FOCUS, als Autor für Federwelt und Telepolis und betreut die wöchentliche Video-Kolumne „Mattings Warentest„. Schließlich gibt er auch Seminare an der Akademie der Bayerischen Presse und an der Online-Akademie Udemy. Matthias Matting ist Vorsitzender des Selfpublisher-Verbandes.

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