Wie Sie als Online-Dozent oder -Trainer die richtigen Themen finden

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Einen Kurs bei Udemy anzulegen, ist rein technisch nicht besonders kompliziert. Ja, es gibt ein paar Stolpersteine – klarer Sound, ein gutes Bild, Beschreibung, Kursfoto… aber diese Probleme haben Sie spätestens beim zweiten Kurs für sich gelöst. Die schwierigere Frage stellt sich im Vorfeld: Zu welchen Themen sollten Sie einen Kurs anbieten?

Die Antwort darauf fällt für jeden künftigen Online-Dozenten unterschiedlich aus. Denn sie hängt von drei Faktoren ab, die ich die „drei großen E“ nennen will:

  • Erfahrung
  • Erwartungen
  • Erfolgschancen

Was meine ich damit? „Erfahrung“ beschreibt, was Sie in Ihrem mehr oder minder langen Erwerbsleben gelernt haben. Kennen Sie sich in einem Thema so gut aus, dass Sie damit sogar Profis noch überraschen können? Dann sollten Sie versuchen, rund um diesen Bereich ein kleines Imperium aufzubauen. Wenn sich die Zielgruppen Ihrer Kurse überlappen, ist die Vermarktung an bestehende Teilnehmer (die Ihre Art und Weise zu unterrichten mögen) besonders effizient.

Oder wissen Sie ein bisschen von vielem? Dann sollten sich Ihre Kurse vielleicht eher an Einsteiger richten. Das Gute daran: es gibt immer wesentlich mehr Einsteiger als Profis, also haben Sie eine viel größere Zielgruppe. Ideal sind hier Kurse, die bestimmte Probleme in nicht allzu viel Zeit (maximal eine Stunde Video) lösen. Nicht so trivial, dass Sie Konkurrenz in kostenlosen YouTube-Videos haben, aber auch nicht so lang, dass Sie für die Produktion Wochen brauchen. Die Vermarktung solcher Kurse, das muss ich ergänzen, ist in Deutschland angesichts der geringen Nutzerzahlen noch etwas schwieriger.

Die Erwartungen knüpfen daran an. Was wollen Sie mit Ihren Udemy-Kursen erreichen? Schneller Reichtum (Tipp: auf dem deutschen Markt fehlt dafür noch die Masse)? Ein weiterer Kanal für die Verbreitung Ihres Wissens? Das wäre das Ideal. Wenn Sie etwa schon zu einem Thema bloggen und Bücher dazu geschrieben haben, brauchen Sie für die Umsetzung als Kurs weit weniger Zeit, als wenn Sie alles neu recherchieren müssen. Allerdings reicht es auch nicht, wie manche „Schnell reich werden“-Prediger gern weismachen, alle Inhalte nur fix in ein neues Gewand zu stecken. Ein Udemy-Kurs ist eben kein Buch und kein Blog, sondern eine vor allem in Videos erzählte Geschichte.

Denken Sie auch daran, dass die Kurs-Erstellung nur der halbe Aufwand ist. Mindestens noch einmal so viel Arbeit müssen Sie ins Marketing stecken! Die Idee vom „passiven“ Einkommen über Udemy ist insofern völlig unrealistisch.

Wie es schließlich um die Erfolgschancen eines Themas bestellt ist, sollten Sie nicht nur mit Ihrem Bauchgefühl beurteilen. Hier empfiehlt es sich, vor der endgültigen Entscheidung den Keyword-Planer von Google zu konsultieren, ob denn tatsächlich eine gewisse Nachfrage besteht. Wenn sich das bestätigt, müssen Sie auch die Gegenseite prüfen, das Angebot. Gibt es eventuell schon einen gut bewerteten Kurs mit vielen Teilnehmern, der dasselbe Thema zum Inhalt hat? Dann lassen Sie davon lieber die Finger.

Oder überlegen Sie sich, wie Sie das Thema weiterdrehen können. Könnten Sie zum Beispiel die Studenten des anderen Kurses auf dem am Ende erreichten Niveau abholen und Ihnen noch mehr Wissen anbieten? Oder positionieren Sie Ihren Kurs unterhalb? Oder gehen Sie in Ihrem Kurs auf einen Teilaspekt des großen Themas intensiver ein! Idealerweise sprechen Sie mit dem Dozenten, vielleicht lassen sich die Kurse ja auch gemeinsam vermarkten. Wenn der andere Dozent per Affiliatecode auf Ihren Kurs hinweist, erhält er dafür immerhin 40 Prozent des Nettobetrags – und das, ohne viel Arbeit hineinzustecken. Udemy ist ein schönes Beispiel für einen Markt, auf dem sich „Coopetition“ lohnt, die Zusammenarbeit konkurrierender Unternehmer.

Hilfreiche Informationsquellen zur Themenfindung

Google Keyword Planer

Sachbuch-Charts bei Amazon

Haben Sie noch weitere Ideen zur Themenfindung? In einem kommenden Artikel werde ich erläutern, wie Sie auf Udemy selbst Marktforschung treiben können.

About Matthias Matting

Matthias Matting, geboren 1966, ist Physiker und Journalist und einer der erfolgreichsten deutschen Self-Publishing-Autoren. Er hat über 50 Bücher im Self-Publishing veröffentlicht und ist Autor des offiziellen Amazon-Bestsellers 2011. Für sein Buch „Reise nach Fukushima“ erhielt Matthias Matting den 2011 erstmals ausgeschriebenen Buchpreis „derneuebuchpreis.de“ in der Kategorie Sachbuch. Matting ist als Programmleiter eBook bei der Münchner Verlagsgruppe tätig. Er arbeitet außerdem als Kolumnist für das Nachrichtenmagazin FOCUS, als Autor für Federwelt und Telepolis und betreut die wöchentliche Video-Kolumne „Mattings Warentest„. Schließlich gibt er auch Seminare an der Akademie der Bayerischen Presse und an der Online-Akademie Udemy. Matthias Matting ist Vorsitzender des Selfpublisher-Verbandes.

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